Samstag, 14. Juni 2008

Aktuelles zur Wiederdaparty

Soho!

Sind wieder da. Ich hoffe, dass heute abend viele kommen können, ich freue mich wirklich euch alle wiederzusehen!!!

Mit dem Jugendraum hat keinen gegeben, deshalb werden wir uns bei Ninas Mama/Pia (ich glaube Buchheck 18, auf jeden Fall auf dem Lützenberg in Olef, ich werde gleich nochmal eine Mail verschicken) treffen und dann mal weitersehen.

Ich hoffe nur, dass ihr alle diese Mail noch lest. Falls der der Fall sein sollte, könntet ihr kurz schreiben, ob ihr kommt oder nicht?

Bis gleich dann also, compañeros y compañeras!

Christian

Mittwoch, 11. Juni 2008

ein kurzes adios von neyna

Ehm..jo, was soll ich dazu noch schreiben? Ich wollte eigentlich ne ähnliche Collage machen, aber dann platzt euch ja der Kopf…..

Ich muss auch sagen, ich habe es genossen hier, auch wenn meine Nerven oft blank lagen . Ich fühle mich reich gefüllt! Voller Abenteuer, Erfahrungen, Erinnerungen, Emotionen. Kennt jemand Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren? “ Und daraus mache ich mir einen grossen Kuchen! Und wenn der Winter kommt, werde ich die ganze Zeit daran zehren.”

Wie schnell man den charakteristischen Geruch im Regenwald vergisst, die Geräusche der Kappuzineräffchen, das Dröhnen des mächtigen Urubamba-Flusses im heiligen Tal, den Geschmack von Kolumbiens bester Arepa, das wirre Gefühl beim Tauchen, die Angst bei halsbrecherischen Busfahrten, das Gefühl, unter klammfeuchte Bettlaken zu schlüpfen, den penetranten DEET-Geruch in der Nase, die Tatsache, Rassismus am eigenen Leib erlebt zu haben…..

Und doch bleibt bei mir immer eine kleine Sehnsucht. Ein Begleiter für den Rest des Lebens.

Wie es in “Die Vermessung der Welt” (unser letztes Vorlesebuch) steht (nicht wörtlich): “Überlege dir gut, ob du reisen willst! Wenn du einmal losgehst, kommst du nie mehr zurück.”

Es stimmt.

Bliebe ich länger hier, ich würde platzen. Es ist Zeit für etwas Neues, für eine neue Routine (ja, denn selbst das Reisen bringt eine gewisse Routine mit sich), für eine neue Sprache und neue Herausforderungen.

Ich werde dich vermissen, geheimnisvoller Kontinent!

Geheimnisvolle, schöne, kaputte, traurige, starke Menschen!

Ich habe jetzt schon Sehnsucht und will doch nur nach Hause.

Vielen Dank an die Blogtreuen! Es tat jedesmal sehr gut, etwas von euch zu hören, eure Kommentare zu lesen, zu wissen, dass man nicht alleine ist!

Vielen, vielen Dank!

Ich hoffe, ihr könnt alle zu unserer kleinen Feier kommen!

¡Gracias! me siento más cerca a un secreto que ni siquiera puedo definir.

Tengo los paisajes increíbles del desierto de Uyuní en mi corazón, les llevo a Alemania. Creo que también dejé un parte de mí aquí en estos paisajes secretos y lo es bueno que se queden. Que sentimiento, estar más cerca al inicio del mundo.

Me faltan las palabras adecuadas.

nina

Christian sagt einem Abenteuer "chao"

So, ich verabschiede mich. Ich weis noch gar nicht, was das heisen soll. Ich habe es auch noch nicht wirklich verinnerlicht, dass morgen dieses Leben hier vorbei sein soll; Das Leben in der ich bisher am freisten war. Das heist dann wohl keine Bustiketverkäufer mehr, keine dunkelgebräunten Männer mehr mit Zigarre und Hut, keine Taxifahrten, kein Handeln um den Preis, kein Spanisch, nicht mehr die Möglichkeit, durch Handeln, Reden und Drehen Unmögliches möglich zu machen, keine kleine Gesellschaften in den Türrahmen oder auf dem Bordstein, keine Streuner, keine wakligen Bambusleitern, keine Kassierer oder auch andere Arbeiter, denen zuzugucken dem Beobachten einer Lavalampe gleichkommt. Nicht mehr auf sein Gepäck aufpassen müssen, keine Famile auf einem Motorrad, keine Esel und Kutschen in der Stadt, keine wuchernd überwachsene Bäume, keine Flüsse in denen man noch an Flussgeister glauben kann, kein "a la orden", "siga", pase", keine Riesenauswahl an Früchten, keine Supersäfte, kein Salsa, Son, oder nervige andine Musik, oder Reggeaton, keine Strasenverkäufer, keine Arepa, bolón, pan de yucca, keine übelst witzigen Schilder, keine Militärkidies, keine Kätzchen, kein Tauchen, Cañoning, Paragliding, Klettern, Surfen..., keine Überbeschallung, kein "man-ist-sich-nicht-böse", kein Verkehrschaos, keine Busbahnhöfe und 10-stündige Busfahrten, nicht mehr die Möglichkeit überall in einen Bus ein- oder auszusteigen. Man kann nicht mehr gehen wohin und wann man will, keine extremsten Klimawechsel, kein Flaschenwasser, keine maslose Unverlässlichkeit, keine billigen Supercocktails, kein Aguadiente, keine Suizid- und Kaltwasserduschen, nicht jede Nacht ein neues Bett, neue Leute, neue Klos, kein schwerer Rucksack. Kein sich kleiden wie man Lust hat ohne darüber nachzudenken, was andere darüber denken, welchem Image man inwiefern hinterherläuft, keine Hupen, Schreie, und alles was laut ist, keine gröseren Betrügerreien, kein siempre "ahorita", keine Busschreier, keine Marktschreier, keine Schreier, keine Museen, Kathedralen, Plazas, keine roten Ziegeldächer, hölzerne Balkons, keine Calles und Carreras, keine Carretera, keine Naturgottheiten, keine extremsten Naturschönheiten, keine Schachbrettstrasen, keine gaseosas, kein "seguro" und "no es cierto", keine Erklärungen, was alles vegetarisch ist, und was nicht, kein Jesuskitsch und Kitsch im allgemeinen, keine Kellner mit Säuglingen auf dem Arm, keine Aussicht nach Hause zu kommen, keine Palmen, kein Dschungel, keine bunt-dekorierten Busse(tas), kein Dschungelabenteuer, kein Reisen, nicht der gewohnte Anblick einer Strase, kein Bogotá, La Paz, Lima, Quito...kein Lateinamerika mehr.

Ein Leben geht wiedermal zu Ende.
Was habe ich gelernt? Eigentlich viel zu wenig, wenn ich mich selbst in gewissen Situationen sehe. Eine Sache ist, dass ich immer geglaubt habe, dass man, wenn man reist, notdürftig gewisse fremndenfeindliche Bilder aufgeben müsse. Das Gegenteil ist der Fall. Fremdenfeindlichkeit ist eine Abwehr gegen Fremdes. Und wo sieht man mehr Fremdes als beim Reisen?
Eine andere Sache ist, dass man neoliberale Gedankengänge in Europa oft für etwas Rafiniertes und Modernes hält. Wir haben so oft gesehen, dass gerade die letzten Vollidioten, die echt nichts können, aber doch sehr gut, bzw. neoliberal handeln können.
Ich musste ein Bild aufgeben, bei dem das Sozialgefüge sich verstärkt, je ärmer ein Gebiet wird.
Einen Gedanken, den man tatsächlich verlernt hat, ist der Glaube, dass Geschichte Vergangenheit sei.
Auserdem lernte ich, die Grenze zwischen Möglichen und Unmöglichen nicht so streng zu sehen. Ich denke, dass fast alles, was man sich vorstellen kann auch eben möglich ist. Klingt plausibel, doch in Europa denkt kaum jemand wirklich so. Reisen, das heist auch dass man Probleme relativiert. Man wurde ja schlieslich mit ganz anderen Situationen fertig und hat auch Menschen gesehen, die in eben "unmöglichen" Verhältnissen leben.
Eine ganz andere Geschichte ist ja, dass wir unsere Leben verlängert haben. Ich stelle mich darauf ein, dass es ein Schock sein wird nach Hause zu kommen und festzustellen, dass dort nur 10 Monate vergangen sind.
Ich konnte viel von dieser Kultur, diesem Kontinent lernen, auch eben weil mir vieles nicht gefällt. So könnte ich niemals Teil der Kultur werden. Ich würde niemals vollkommen akzeptiert werden. Auch würden mich gewisse Dinge auf ewig stören und das ist auch gut so. Doch ich könnte niemals hier so leben, wie es ein Latino tut. Ich muss sagen, dass ich in dieser Hinsicht Elza etwas beneide. Sie hat es, denke ich, sehr gut geschafft in diese Kultur einzutreten, auch wenn sie es, so denke ich, als Gast getan hat. Das ist etwas, was ich nie geschafft habe. Weder beim Reisen selbst, noch in Gesprächen, da gewisse Dinge immer vorbestimmt, Rollen vergeben waren. Am ehesten kamen wir da in Lima, in dem Mädchenheim, ran. Doch nicht wirklich.

Ich schliese jetzt mal und versuche mit diesem Abenteuer zu schliesen. Oder, halt! Nein, ich will gar nicht damit schliesen. Ich werde aber versuchen mich darauf einzustellen, dass ich morgen als der, der ich heute bin, nicht mehr sein werde und als Neuer (und hoffentlich nicht Alter) Christian wieder etwas Neues in Europa anzufangen.
Ich freue mich drauf auch wenn es mir schon ziemlich weh tut dieses Leben hier zu beenden. Doch...hey! Schon übermorgen feiern wir zusammen!!!!!

Bis morgen also, meine lieben amigos, amigas, muchachos und muchachas. Ahora siempre viajero - así no se puede llegar a la casa de nuevo!

Christian

Sonntag, 8. Juni 2008

Barquisimeto, Coro, Chichireviche

Hier ein kurzer Zwischenpost, bevor es ganz losgeht, wieder zurück.

Wir merken beide langsam, dass unsere Nerven ziemlich blank liegen. Wir zählen schon die vor uns liegenden Busfahrten: Nur noch eine komplizierte mit dem ganzen Gepäck!!! Inzwischen: 0!


Ja, das tut Venezuela kein Recht, das, was wir sehen, ist sehr schön, aber im Moment überwiegt einfach der Ärger über das ganze Gringo-Treatment. Sehr schade, aber es ist wohl ein anderes Projekt, Venezuela ganz zu bereisen und alles angemessen zu geniessen.
Nina hat da vollkommen Recht. Man geniest zwar die letzte Zeit, doch die Nerven liegen sehr schnell blank. So auch dier letzte Busstory:
Wir nehmen eine alte Schibbelkiste von Maracay nach Choroní und werden erstmal eine Stunde lang vertröstet, bevor der Bus abfährt. Nachdem die Fahrt dann ca. 10 Minuten im Gange ist wird erstmal ein Stop von 20 Minuten eingelegt weil der Fahrer sich ein Brötchen kaufen möchte. Es geht dann über Horrorserpentinen, mit einem Höllentempo und lautstarker Hupe und Kitschsalsa die Berge hinauf. Auf halber Strecke wreckt der Motor. Man wartet eine Stunde auf den nächsten Bus, alle drängeln sich vor und fordern ernergisch die Schlange einzuhalten, sodass man, wie immer, als Letzter den Bus betritt und merkt, dass kein Platz mehr frei ist. Nina ist schon drin, ich passe mit dem Gepäck, trotz Anstrengungen, nicht rein. Der Fahrer hat eine klugenvideo noch nicht gesehen hat. Wir verziehen uns. Ein Taxifahrer, der besänftigen will kommt uns hinterhergelaufen und organisiert uns ein Taxi nach Choroní. Venezuela verabschiedet sich gebührend von uns, mit einer Höllenbusfahrt, die ihr Zweites sucht.
Idee um das Problem zu lösen: Er fährt los. Ich höre Nina durch die scheppernde Musik schreien: "NEIN! Warten! Ich steige aus!!!!" Ich versuche mich noch in die Tür zu quätschen, aber der Ayudante erlaubt es mir aus Sicherheitsgründen nicht. Ich gucke ihn fragend an, und wundere mich, dass er wohl noch nicht wahrgenommen hat, dass der Bus beim nächsten Windstos auseinanderfällt oder besser gesagt platzt. Anscheinend wird jede Masnahme, die man mit Verstand nicht begründen kann mit "Sicherheitsgründen" gerechtfertigt (eigentlich ähnlich wie in Deutschland). Man lässt uns letztenendes nicht mitfahren und ruft uns zu, dass der Fahrer des ersten Busses den Ersatzbus nicht bezahlt hätte und dass der uns jetzt ein Taxi bezahlen solle. Ich gehe also zum ersten Bus und verlange ein Taxi. Der Fahrer versichert wutentbrannt, dass er den Ersatzbus bezahlt hätte und dass er kein Geld mehr habe. Ich verzweifle und gehe. Als ich fremdenfeindliche Rufe hinter mir höre packe ich einen Stein und drehe mich um. Man geht in Deckung und als ich den Stein wegwerfe, da ich meine Wut ja bei Paintball und Killerspielen unter Kontrolle gebracht habe, packt man nach einer Eisenstange uns veranstaltet ein Affentheater, wie es das beste Reggeaton-Video nicht gesheen hat.



Ich war dann mit den Nerven am Ende und hab nur da gesessen und geschluchzt (keine Ahnung, ich war total fertig) während Christian seine Aggressionen langsam wieder unter Kontrolle hatte. Wir begannen loszugehen und winkten vorbeifahrende Autos heran. Schliesslich hielt ein "Por Puesto", ein venezolanisches Colectivo und der Mann brachte uns nach Choroní. Er war sehr nett und überhaupt war die Fahrt über die Serpentinenstrecke um einiges angenehmer in einem PKW. Den nächsten Tag (las es nach Caracas ging) haben wir den Teil der Strecke wieder so bewältigt. Und der abgewreckte Bus stand noch immer da. der arme Fahrer!

Jedenfalls wird uns teilweise hier wirklich mit offener Verachtung gegenübergetreten, was total paradox ist,weil viele Leute ja tatsächlich Gringos sein wollen (ob sie es merken?), wenn sie sich die Haare knatschblond färben und sich in teure, ausländische Markenklamotten zwängen...Manchmal glaub ich, die Menschen hier wissen gar nicht, dass blonde Haare und blaue Augen auch natürlich sein können. Hier ist es oftmals ein Statussymbol, es zeigt, dass man Geld hat und was Besseres ist.




Gestern (nicht aktuell! Vor drei Tagen) verliessen wir Coro und seine kleine Sahara (nach dem kurzen Besuch hatten wir doch reichlich mit dem Sand zu kämpfen; er war ÜBERALL; vor allem für Christian die Hölle) und machten uns auf nach Chichiriviche. Ein Örtchen in der Karibik, eigentlich nichts besonderes, aber mit sehr schönen vorgelagerten Inseln.

Ich finde ja wirklich dass Dünen etwas unglaublich Schönes an sich haben und dass das Spiel des Windes im Sand etwas echt Bezauberndes hat, als könne man den Wind selbst in diesem Medium sehen. Aber ich hasse es Sand überall zu haben! Ba. Noch am nächsten Tag knirschten meine Zähne!

Der Ort an sich ist übriges echt schön. Nette, renovierte Kolonialhäuser. Schön zum Spazieren.


Wir wurden abgeholt von den Besitzern des Hostals, wo die vom Casa Tun Tun, in Coro für uns reserviert hatten. Es stellte sich aber heraus, dass wir bei denen zum Minimumpreis hier (sind ganze 20 Euro pro Zimmer) im Kinderzimmer schlafen sollten und uns das Bad mit den Besitzern teilen sollten. Erstmal ja nichts Schlimmes, doch das Zimmer war echt eine Müllhalde, die Betten übelst dreckig und dieser Modergeruch wie in einem Kinderzimmer in einer stillgelegten Irrenanstalt.

Nee, da haben wir dann auch schnell was anderes gefunden, E E!


Waren dann heute (nicht aktuell) fast den ganzen Tag auf einer kleinen Insel und enstpannten. Zwischendurch badeten wir im glasklaren, warmen karibischen Meer. Unter Palmen! Haa Obwohl diese Insel zum Nationalpark "Morrocoy" gehört, ist sie völlig verdreckst und vermüllt, es tut weh, das zu sehen. Gerade sonntags strömen Familien mit jeweils einer Kühltruhe voller Bier hierher und saufen sich zu. Auch die Strassen im Örtchen sind dann kaum begehbar, man muss in Schlangenlinien um die ganzen Licorerías gehen, damit man nicht über Besoffene stolpert.



Das ist total merkwürdig. Auf dem Weg von Ecuador nach Perú fiel mir auf, dass das Land weniger wohlständiger ist. Das Gleiche auf dem Weg von Perú nach Bolivien. Hingegen von Bolivien nach Chile und Perú empfand ich es als ziemlich angenehm, dass das Land im Allgemeinen wohlhabender ist. Jetzt kommen wir nach Venezuela, das reichste Land, das wir überhaupt bereisen, es sitzt ja auf Öl, und man merkt nicht viel. Besser gesagt, man sieht die Leute mit ihren gelben Haaren, Handys, aufgebretzelten Superklamotten und einer Mine, dass man sich nicht nähern möchte und man fragt sich: Was hat das jetzt gebracht? Die Armen in ihren Slums sind immernoch arm, und die da können ja wohl nicht das Zeugnis eines Fortschrittes sein, zu dem Wohlstand, Autobahnen und ein Streben nach dem Westen gehören. Seit einiger Zeit ist es wirklich absolute Nichtigkeit, wie wohlständig ein Land ist oder eben nicht. Die Leute sind hier zumindest weitaus unglücklicher und auch unfreundlicher als im Nachbarland, das steht fest (nichts für ungut, Elza, Mérida gefällt uns beiden echt richtig gut : ).




Zu den Kleinigkeiten, die hier noch auffallen, im Gegensatz zu Kolumbien, und dem Rest der Länder, die wir angesehen haben, gehört die Tatsache, das die Leute hier, wer weis weshalb, nicht gerne in Gefährten gesehen werden. Alle Autos haben totalverspiegelte Fenster und auch im Bus wird man eindringlichst dazu aufgefordert die Gardinen zu schliesen. Wir dachten, dass das vielleicht Sicherheitsgründe hätte (die natürlich ziemlich banane wären). Doch als wir fragten stammelte man vor sich hin, wusste keine Antwort und sagte schlieslich, dass es sein könnte, dass ein Stein von der Strase aufgeschleudert werden kann und dann gegen und durch das Fenster kracht und dass die Gardine den dann aufhalten würde.

Eine andere Sache ist,dass hier der Heldenkult noch stärker herrscht als woanders. Wir haben ja mal davon geschrieben, dass wir der Meinung sind, dass es hier kein wirkliches demokratisches Verständnis gibt. Es muss immer einen Helden, einen Führer, geben, der alles besser macht. Hier findet man das ganz extrem mit Simón Bolivar. Natürlich auch mit Chávez, der sich selbst ja eigentlich schon genug kommentiert. Die Propaganda ist echt unglaublich. Haben der Chávez-Stadt schlechthin einen Besuch abgestattet: Barquisimeto. Ein Drecksloch, wie viele andere, in denen die koloniale Architektur dem modernen Gussbetonbaustil weichen musste. Die Stadt ist absolut cháveztreu und dafür gibt es Gelder um neue Klötze zu bauen. Die Propaganda in dieser Stadt lässt einem übel werden.

Das Merkwürdigste finde ich aber, dass bei allem Gringohass Venezuela das Land ist, was den USA kulturell am nächsten steht. Die Vermischungen und Einflüsse sind unübersehbar.



Sind gestern dann noch nach Caracas gefahren, in die Stadt von der alle sagen, sie sei keinen Besuch wert. Wir haben nicht viel gesehen, da wir morgens hin und abends zurück nach Choroní gefahren sind. Das, was wir gesehen haben, finde ich, rechtfertiget aber nicht die Übertreibungen anderer Reisender. Ok, die Betonklötze sind wirklich nicht schön (die Stadt hat seit den 70ern ihren Boom) und Caracas ist auch eine der gefährlichsten Städte des Kontinents, doch naja...andere Städte sind ebenfalls gefährlich und haben viele Betonklötze. Ich würde mich zwar nicht gerne lange dort aufhalten, doch ich kann auch nicht sagen, dass es mich anekeln würde oder dergleichen.

Ach ja, die Metro hat einen Überfall auf mich gemacht. Ich wollte mich reinquätschen, da geht die Türe zu. Aber nicht wie Deutschland, mit Lichtschranke oder so. Ne, volle Kanne, ohne Rücksicht auf Verluste. Ich musste mein Bein mir aller Kraft rausziehen!

Heute haben wir den letzten Tag herrlichst an einem der schönsten Strände verbracht, die wir überhaupt gesehen haben, Puerto Colombia. Am Wochenende muss hier die Hölle los sein. Wir waren heute fast alleine. Palmen, Sand, Kristallklares Wasser, ich spare mir eine weitere Beschreibung. Es war wunderbar!



Morgen werden wir dann ganz bequem mit dem Shuttle direkt zum Flughafen fahren.




@ Elza, du meintest doch, dass Venezuela jetzt einen Stern mehr auf der Flagge hat, weil man Guayana für sich beansprucht. Ich hörte sogar dass er für die bolivarianische Revolution steht. Auserdem guckt das Pferd auf dem Wappen der alten Münzen nach hinten und läuft nach rechts. Nicht mehr in Chávez' sozialistischem Staat! Da läuft das Pferd nach links und guckt nach vorne. Das ist mal eine Masnahme, sage ich. Auserdem stellt man ja die Uhren nicht um eine sondern um 1,5 Stunden vor, wenn man die Grenze von Kolumbien aus überquert. Ich hörte dass Chávez das damit begründet, dass in einem sozialistischem Staat die Uhren nicht so ticken dürften wie in den USA.





@ CWS, also sie wollen tatsächlich das hier zum Thema einer Diskussiom machen. Nun gut. Ich denke die Frage, die man vorneweg stellen muss ist, ob man jemanden, der keine Agressionen gegenüber anderen Menschen empfindet, als friedlebend oder pazifistisch beschreibt oder denjenigen, der anderen keinen Schaden zufügt. Ich persönlich habe ziemlich oft ganz grose Agressionen gegenüber anderen in mir, doch ich weis darum und habe meine Ventile. So, natürlich lasse ich meine niedrigsten Triebe bei solch einem Spiel raus, Rampensau halt. Klar. Was die Computerspiele angeht güldet es nicht zu sagen, dass sei unter ihrer Würde. Erstens habe ich das zuerst gesagt und zweitens können sie das doch nicht sagen und dann doch ein "Argument" bringen. Übrigens spiele ich schon seit Jahren kein Computer mehr, doch das tut der Sache keinen Abbruch. Ich habe eigentlich auch nie behauptet Pazifist zu sein. Ich konnte mich aber nie mit dem Begriff des Pazifisten anfreunden. Ich war eher derjenige, der eher für seine Ideale kämpft. Auf dieser Reise hat sich einiges geändert. Nicht dass ich in meinem Idealismus gebrochen sei. Ich werde auch weiterhin für gewisse Dinge einstehen und Dinge verfechten, andere anfechten. Oder anderes gesagt: Ich werde auch weiterhin mit dem Finger auf die Menschen zeigen, auf die mit dem Finger gezeigt werden muss. Was wäre das für eine Gesellschaft, in der man nicht mehr mit dem Finger zeigt? Das können sie nicht wollen. Ich habe nur gesehen und eingesehen, dass es zu viele Kämpfer auf diesem Planeten gibt, die für jeden Mist für IHRE Ideale Schlachten schlagen. Insofern bin ich seit neuestem mehr Pazifist denn je.
Wie wäre es denn aber, wenn wir diese Kommunikationsschlacht auf ein Feld verschieben dass ein bisschen produktiver ist? Ich habe eh die meisten Fans, hehe, danke Leute ; ) Ich freue mich auf das Stück!!


@ Janine, keine Ursache. Schade dass du nicht mehr Zeit in Ecuador hattest, naja, ein nächstes Mal. Das ist Hostal ist klasse, nicht war? Hat mir echt gut gefallen. Sehen uns dann bald in Europa!

So, nochwas: Mit dem Jugendraum, das klappt wohl nicht. Jetzt sind wir etwas ratlos. Wenn ihr eine Idee habt, wo man gut feiern könnte, sagt es uns bitte (schnell). Doch dass am 14.6. gefeiert wird steht fest. Auch für die, an die ich vergessen habe zu schreiben.

Habe auch noch einen Musiklink mit einiger nerviger Musikeingestellt, die wir hier tagtäglich um die Ohren haben.

Bald werde ich dann noch eine kleine Themen-Foto-Schau einstellen, wenn ich wieder daheim bin. Guckt also auch des Weiteren nochmal auf die Seite. Dann kommt auch noch eine Karte für die ganzen Ortsnamen in diesem Post und eine Komplettkarte unserer Reise und so.


Nina

war jetz nicht so viel von mir......


und Christian